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Allgemein:Politisches Frühstück des SkF: Austausch über soziale Herausforderungen in Langenfeld

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Datum:
27. Nov. 2025
Von:
Fabian Sasnauskas

Am 14. November 2025 lud der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) zum Politischen Frühstück ins Café Immi ein. Vertreter_innen aller fünf Fraktionen des Langenfelder Stadtrates folgten der Einladung:
CDU (Rolf Kamp, Sarah Adan Plöcks, Dr. Barbara Assmann, Paula Pollok),
FDP (Herr Noack),
Bündnis 90/Die Grünen (Dirk Niemeyer, Dr. Beate Barabasch),
SPD (Heike Lützenkirchen)
sowie BGL (Torsten Fuhrmann, Yvonne Schramm).

Neben ihnen nahmen der SkF-Vorstand, die Geschäftsführung, Bereichsleitungen, Mitarbeitende und Klient_innen aus verschiedenen Diensten teil.

Einführung zum Welttag der Armen
Begrüßt wurden die Gäste von Frau Krone, die auf den Welttag der Armen am 16. November 2025 verwies. Unter dem Leitwort „Du bist meine Hoffnung“ (Ps 71,5) – ausgerufen von Papst Franziskus – machte sie deutlich, wie wichtig stabile soziale Angebote für die Stadtgesellschaft sind.

Der SkF trägt in Langenfeld eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten, darunter:

·         das Sozialkaufhaus

·         die Tafel Langenfeld Die Tüte®

·         die Allgemeine Sozialberatung

·         den Betreuungsverein
sowie weitere Dienste für Menschen in belastenden Lebenssituationen.

Unter dem Motto der aktuellen SkF-Kampagne „N VIELFALT ZUSAMMEN-HALTEN – Für ein solidarisches Miteinander zum Nutzen aller“ bat sie darum, soziale Strukturen nicht zu kürzen, sondern zu stärken.

Wohnungslosigkeit nimmt spürbar zu
Ein Schwerpunkt des Austauschs lag auf der zunehmenden Wohnungsverknappung. Wohnungslosigkeit sei längst Teil des alltäglichen Stadtbildes, betonte der SkF. Menschen mit und ohne feste Postadresse suchten verstärkt Beratung und Unterstützung auf.

Mit Projekten wie „Endlich ein Zuhause“ und dem neuen Angebot Housing First versucht der Verband, Menschen zu erreichen, die bisher durch alle Hilfesysteme gefallen sind. Zudem betreibt der SkF die Fachberatungsstelle für Monheim, Hilden und Langenfeld.

Allgemeine Sozialberatung und Tafel Langenfeld Die Tüte®
Besonders positiv bewertet wurde die Entscheidung des Sozialausschusses 2024, die Stunden der Allgemeinen Sozialberatung aufzustocken.
Die neu eingeführte verpflichtende Eingangsberatung vor einer Tafelberechtigung sorgt für:

·         einen strukturierten Zugang,

·         Entlastung der Mitarbeitenden

·         und gezielte Hilfe für Bedürftige.

Diese Maßnahme habe sich als sehr erfolgreich erwiesen.

ProDonna® – Arbeit als Chance auf Teilhabe
Der SkF machte ebenfalls auf die Bedeutung des Beschäftigungsbetriebes ProDonna® aufmerksam. Arbeit sei mehr als Lohn – sie bedeute gesellschaftliche Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Gesundheitsvorsorge und Perspektiven für Familien.

Gleichzeitig warnte der Verband davor, dass die Finanzierung von ProDonna® gefährdet sei. Fielen Arbeitsmarktmaßnahmen weg, fehle ein zentraler Baustein der wirtschaftlichen Grundlage des Sozialunternehmens.

Forderung des SkF:
Mehr zumutbare und geeignete Arbeitsangebote schaffen, statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Sozialunternehmen benötigen stabile Strukturen, um Menschen langfristig in Beschäftigung zu bringen.

Herausforderungen im Betreuungsverein
Auch der Betreuungsverein kämpft mit einer deutlichen Finanzierungslücke:
Obwohl die Pauschalen ab 2026 um durchschnittlich 12 % steigen, liegen die Personal- und Sachkosten seit 2019 rund 45 % höher. Die Vergütung bleibe damit bei Weitem nicht auskömmlich.

Für die Wahrnehmung des staatlichen Pflichtauftrags fordert der SkF daher eine ergänzende Finanzierung durch Kreis oder Kommune – analog zur Praxis bei Vormundschaften.

Appell an die Politik
Das Politische Frühstück zeigte: Die sozialen Herausforderungen in Langenfeld verschärfen sich spürbar.
Der SkF appelliert an die Politik, bewährte Angebote nicht nur zu erhalten, sondern angesichts steigender Armut weiter auszubauen.

Nur gemeinsam – Politik, Verwaltung, freie Träger und Zivilgesellschaft – könne ein solidarisches Langenfeld gelingen, in dem niemand zurückgelassen werde.